Schimmel in der Wohnung: So gehst du vor
Beweise sichern – vor allem anderen
- Fotos jeder Stelle mit Datum und Größenvergleich (Zollstock daneben)
- Räume, Ausmaß, seit wann sichtbar, Geruch
- Kurzprotokoll zu Heizen und Lüften (2× täglich Stoßlüften genügt üblicherweise)
- Erst nach der Dokumentation oberflächlich behandeln
Wer muss was beweisen?
Der Vermieter muss zuerst darlegen, dass die Bausubstanz mangelfrei ist – keine Wärmebrücken, keine Feuchtigkeit von außen, funktionierende Abdichtung. Erst wenn ihm das gelingt, kommt dein Wohnverhalten auf den Tisch. Lass dich also nicht mit dem Pauschalvorwurf „falsch gelüftet“ abspeisen; verlange die bauseitige Prüfung.
Mietminderung bei Schimmel
Anerkannt sind – je nach Raum und Ausmaß – Minderungen von wenigen Prozent (kleine Stelle im Abstellraum) bis über 20 Prozent (Schlafzimmer stark befallen); bei Gesundheitsgefahr und Unbewohnbarkeit auch deutlich mehr. Die Minderung wirkt ab deiner Anzeige – ein Grund mehr, keinen Tag zu warten.
Gesundheit geht vor
Bei großflächigem Befall oder Atemwegsbeschwerden: Arztbesuch dokumentieren, befallene Räume meiden, kurze Beseitigungsfrist setzen. Sporenbelastung ist ein erheblicher Mangel – entsprechend deutlich darf dein Schreiben ausfallen.
Dein Fahrplan
1. Dokumentieren → 2. Mängelanzeige mit 7–14-Tage-Frist → 3. Minderung ankündigen → 4. bei Schweigen die Eskalationsleiter.
Häufige Fragen
Darf ich den Schimmel selbst entfernen?
Kleine Stellen nach der Dokumentation ja. Bei größerem Befall erst Ursache klären lassen – sonst kommt er wieder und du zerstörst Beweise.
Zählt ein Hygrometer-Protokoll?
Ja, sehr. Raumtemperatur und Luftfeuchte über 1–2 Wochen notiert entkräften den Lüftungsvorwurf wirksam.
Kann mir wegen Schimmelstreit gekündigt werden?
Berechtigte Mängelrechte auszuüben ist kein Kündigungsgrund. Bleib bei dokumentierten Fakten und angekündigten Quoten.
✦ Reklamo prüft deine Unterlagen und erstellt das fertige Schreiben – förmlich korrekt, mit Frist und den richtigen Paragrafen.
