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Betriebskosten

Umlagefähige Betriebskosten: die komplette Liste

Siebzehn Kostenarten darf der Vermieter umlegen. Keine achtzehnte. Die Liste ist abschließend und genau daran scheitern erstaunlich viele Abrechnungen.

Kurz gesagt: Der Vermieter darf nur die 17 Kostenarten aus § 2 BetrKV umlegen, von Grundsteuer bis Gebäudereinigung. Nie umlagefähig: Verwaltung, Instandhaltung/Reparaturen, Bankgebühren, Rücklagen und seit dem 1. Juli 2024 auch Kabel-TV. Alles andere in deiner Abrechnung: streichen. Die Gegenliste: 12 Posten, die nie umgelegt werden dürfen, mit typischen Beträgen, findest du unter nicht umlagefähige Nebenkosten.
Infografik: Umlagefähige Betriebskosten. 17 Kostenarten nach § 2 BetrKV, nie Verwaltung oder Reparaturen, seit 1. Juli 2024 kein Kabel-TV mehr.
Die Liste der 17 Kostenarten ist abschließend: Was nicht in § 2 BetrKV steht, darfst du in deiner Abrechnung streichen. Grafik: reklamo.ai

Die 17 umlagefähigen Kostenarten (§ 2 BetrKV)

Alle 17 Kostenarten im Detail

Jede Position hat ihre eigenen Regeln, Richtwerte und Urteile. Für jede Kostenart gibt es deshalb eine eigene Prüfseite, mit Tabelle, DMB-Richtwert und den typischen Fehlern:

Nie umlagefähig, sofort streichen

Kabel-TV: seit Juli 2024 dein GeldMit dem Ende des Nebenkostenprivilegs (TKG-Reform) dürfen Kabel-TV-Gebühren seit dem 1. Juli 2024 nicht mehr über die Nebenkosten abgerechnet werden. Steht der Posten trotzdem in deiner Abrechnung für spätere Zeiträume: anteilig bzw. komplett streichen.
§ 2 Nr. 15 BetrKV i. V. m. TKG-Novelle · Stichtag 30.06.2024

Grenzfall Dach: Die Wartung von Dach und Dachrinnen kann als „sonstige Betriebskosten“ umlagefähig sein, aber nur ausdrücklich vereinbart und regelmäßig. Merksatz: Wartung Dach umlagefähig mit Vereinbarung, Reparatur Dach niemals. Zwei Spezialfälle mit eigener Seite: Rauchmelder (Wartung ja, Gerätemiete nein) und die Steuererstattung nach § 35a für bezahlte Lohnanteile.

Drei Stolperfallen, die Geld kosten

1. Hauswart-Mischposten: Im Hauswartlohn stecken oft Verwaltungs- und Reparaturanteile. Die müssen herausgerechnet sein, sonst kürzt du. 2. „Sonstige Betriebskosten“ als Sammelbecken: Ohne konkrete Nennung im Mietvertrag unwirksam, etwa Dachrinnenreinigung, Wachdienst & Co. also gegen den Vertrag prüfen. 3. Neuanschaffungen als „Pflege“ getarnt: Neue Gartengeräte, neue Bäume, neue Briefkastenanlage sind keine laufenden Kosten.

Ob ein Posten dazugehört, siehst du oft erst in den Belegen. Dein Recht auf Belegeinsicht ist der Hebel. Und wenn du streichst: Widerspruch mit Begründung je Posten, binnen 12 Monaten (alle Fristen).

Ist die Grundsteuer umlagefähig?
Ja. Sie ist Nr. 1 im Betriebskostenkatalog (§ 2 BetrKV) und darf vollständig auf die Mieter umgelegt werden, üblicherweise nach Wohnfläche.
Darf Kabel-TV noch über die Nebenkosten abgerechnet werden?
Nein. Das sogenannte Nebenkostenprivileg ist zum 30. Juni 2024 ausgelaufen. Seit dem 1. Juli 2024 dürfen Kabel-TV-Gebühren nicht mehr umgelegt werden. Taucht der Posten für Zeiträume danach auf, streichst du ihn.
Dürfen Reparaturen und Verwaltung umgelegt werden?
Nein, nie. Instandhaltung, Reparaturen, Verwaltungskosten, Bankgebühren und Rücklagen sind per Definition keine Betriebskosten (§ 1 BetrKV), egal, was im Mietvertrag steht. Wie du sie aus der Abrechnung streichst: Kosten der Hausverwaltung umlagefähig? Nein.
Was sind „sonstige Betriebskosten“ und muss ich sie zahlen?
Nr. 17 des Katalogs, nur wirksam, wenn die konkrete Kostenart im Mietvertrag ausdrücklich benannt ist (z. B. Dachrinnenreinigung). Ein pauschaler Verweis auf „sonstige Betriebskosten“ reicht nicht.
Nebenkostenabrechnung: Was darf rein und was nicht?
Rein dürfen nur Kostenarten aus § 2 BetrKV, und nur die, die dein Mietvertrag nennt, etwa Grundsteuer, Wasser, Heizung, Müll, Hausreinigung, Hausmeister und Versicherungen. Nicht rein dürfen Verwaltungskosten, Reparaturen und Instandhaltung, Kontoführung, die Kosten leerstehender Wohnungen und einmalige Ausgaben (§ 1 Abs. 2 BetrKV). Was du streichen kannst, steht unter nicht umlagefähige Nebenkosten.
Ben Ambros, Immobilienkaufmann
Ben Ambros · Immobilienkaufmann
13 Jahre Immobilienverwaltung in München (über 1.000 Wohnungen), heute Makler für Mehrfamilienhäuser in Murnau. Schreibt hier über das, was er früher selbst abgerechnet hat. Über Ben →
Zum Nachlesen: Verbraucherschutz.tv, Hallo München
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