Start › Betriebskosten von A bis Z › CO₂-Kosten
Heizkosten

CO₂-Kosten in der Heizkostenabrechnung: So viel muss der Vermieter zahlen

Seit 2023 teilt sich dein Vermieter die CO₂-Abgabe fürs Heizen mit dir – je schlechter das Haus gedämmt ist, desto mehr trägt er. In vielen Abrechnungen fehlt der Abzug aber, oder das Haus landet in der falschen Stufe.

Antwort in 20 Sekunden: Das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) teilt die CO₂-Kosten für Erdgas, Heizöl und Fernwärme aus fossilen Brennstoffen seit dem 1. Januar 2023 zwischen Vermieter und Mieter auf. Maßstab ist der CO₂-Ausstoß des Gebäudes pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr: Unter 12 kg zahlen die Mieter alles, ab 52 kg trägt der Vermieter 95 %. Fehlt die Aufteilung in deiner Heizkostenabrechnung, darfst du deinen Anteil an den Heizkosten um 3 % kürzen (§ 7 Abs. 4 CO2KostAufG).
Mitglieder lösen das so

Heizkosten zu hoch – in 2 Minuten reagiert

  • Kürzungsschreiben 15 % nach § 12 HeizKV – fertig formuliert
  • Belegeinsicht anfordern: Brennstoffrechnungen & Ablesewerte prüfen
  • Widerspruch Heizkostenabrechnung mit Fristwächter
  • Antwort-Analyse: was die Reaktion des Vermieters wert ist

Das Stufenmodell: alle 10 Stufen auf einen Blick

Das Gesetz ordnet jedes Wohngebäude nach seinem CO₂-Ausstoß pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr in eine von zehn Stufen ein (Anlage zum CO2KostAufG). Je höher der Ausstoß, desto größer der Anteil des Vermieters:

StufeCO₂-Ausstoß in kg pro m² Wohnfläche und JahrAnteil MieterAnteil Vermieter
1unter 12100 %0 %
212 bis unter 1790 %10 %
317 bis unter 2280 %20 %
422 bis unter 2770 %30 %
527 bis unter 3260 %40 %
632 bis unter 3750 %50 %
737 bis unter 4240 %60 %
842 bis unter 4730 %70 %
947 bis unter 5220 %80 %
1052 und mehr5 %95 %

Die Einstufung gilt für das ganze Gebäude und das jeweilige Abrechnungsjahr. Den Mieteranteil verteilt der Vermieter anschließend wie die übrigen Heizkosten nach der Heizkostenverordnung – also größtenteils nach deinem Verbrauch. Wie eine Messdienst-Abrechnung aufgebaut ist, erklärt Heizkostenabrechnung verstehen.

Rechner: Wie viel muss dein Vermieter übernehmen?

CO₂-Kostenaufteilung nachrechnen

Die Werte stehen in der Heizkostenabrechnung im Abschnitt zur Kohlendioxidkostenaufteilung oder auf der Rechnung des Brennstofflieferanten. Der Rechner prüft die Einstufung des ganzen Hauses; wie dein persönlicher Anteil danach verteilt wird, regelt die Heizkostenverordnung.

So findest du die Angaben in deiner Abrechnung

Der Vermieter muss die Aufteilung in der Heizkostenabrechnung ausweisen (§ 7 Abs. 3 CO2KostAufG). Such nach einem Abschnitt wie „Kohlendioxidkostenaufteilung“ oder „CO₂-Kosten“. Dort gehören hin: der CO₂-Ausstoß des Gebäudes im Abrechnungszeitraum, der Wert pro Quadratmeter Wohnfläche, die Einstufung mit beiden Prozentsätzen, die CO₂-Kosten des Gebäudes und der Betrag, den der Vermieter selbst trägt.

Die Rohdaten liefern Gas-, Öl- und Fernwärmeversorger: Sie müssen CO₂-Ausstoß und CO₂-Kosten auf ihren Rechnungen angeben. Diese Brennstoffrechnung kannst du mit der Belegeinsicht anfordern und damit die Einstufung selbst nachrechnen.

Die häufigsten Fehler – und was du tun kannst

Gasetagenheizung: Den Vermieteranteil holst du dir selbst

Hast du einen eigenen Gasvertrag, etwa für eine Gasetagenheizung, läuft die Aufteilung nicht über die Nebenkostenabrechnung. Dann rechnest du selbst: CO₂-Ausstoß laut deiner Gasrechnung geteilt durch die Wohnfläche deiner Wohnung, Stufe in der Tabelle ablesen, Vermieteranteil ausrechnen. Den Betrag forderst du innerhalb von zwölf Monaten nach der Rechnung deines Versorgers in Textform beim Vermieter an – eine E-Mail reicht (§ 6 Abs. 2 CO2KostAufG). Der Vermieter verrechnet ihn mit der nächsten Betriebskostenabrechnung oder zahlt ihn spätestens zwölf Monate nach deiner Anzeige aus. Kochst du auch mit Gas, verringert sich der Anspruch um 5 % (§ 6 Abs. 3).

Was eine Tonne CO₂ kostet – mit Rechenbeispiel

Der CO₂-Preis für Erdgas und Heizöl ist im Brennstoffemissionshandelsgesetz festgelegt: 30 € pro Tonne im Jahr 2023, 45 € im Jahr 2024 und 55 € im Jahr 2025; seit 2026 gilt ein Preiskorridor von 55 bis 65 €. Als grobe Faustregel entstehen bei Erdgas rund 0,2 kg CO₂ pro Kilowattstunde.

Beispiel: Ein Mehrfamilienhaus mit 600 m² Wohnfläche verbraucht 90.000 kWh Erdgas. Das sind rund 18.000 kg CO₂, also 30 kg pro Quadratmeter – Stufe 5, der Vermieter trägt 40 %. Bei 55 € pro Tonne kostet das CO₂ rund 990 €; davon übernimmt der Vermieter 396 €, die übrigen 594 € verteilen sich auf die Mieter.

So gehst du vor

1. Such in der Heizkostenabrechnung den Abschnitt zur Kohlendioxidkostenaufteilung. 2. Rechne die Einstufung mit dem Rechner oben nach. 3. Fehlt die Aufteilung, kürze deinen Anteil um 3 % und widersprich schriftlich innerhalb von zwölf Monaten nach Zugang der Abrechnung – mit dem Muster für den Widerspruch. 4. Stimmt die Stufe nicht, fordere Brennstoffrechnung und Flächenangaben per Belegeinsicht an. 5. Eine strittige Nachzahlung zahlst du bis zur Klärung unter Vorbehalt. Alle weiteren Prüfpunkte der Heizkosten stehen unter Heizkostenabrechnung prüfen.

CO₂-Aufteilung automatisch prüfen lassen

Foto oder PDF genügt – der Check sucht die CO₂-Aufteilung, rechnet Verteilerschlüssel nach und vergleicht deine Kosten mit den Richtwerten. Die Hälfte aller Funde sofort kostenlos.

Jetzt kostenlos prüfen

Häufige Fragen

Gilt die CO₂-Aufteilung auch für Fernwärme?
Ja, soweit die Wärme aus fossilen Brennstoffen erzeugt wird. Der Wärmelieferant muss dafür die Angaben zu CO₂-Ausstoß und CO₂-Kosten liefern. Stammt die Wärme vollständig aus erneuerbaren Quellen, fallen keine CO₂-Kosten an – dann gibt es nichts aufzuteilen.
Und bei einer Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe läuft mit Strom. Dafür fällt kein CO₂-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz an, deshalb wird bei reinem Wärmepumpenbetrieb nichts aufgeteilt.
Ab welcher Abrechnung gilt die Aufteilung?
Für Abrechnungszeiträume, die am oder nach dem 1. Januar 2023 begonnen haben (§ 11 Abs. 2 CO2KostAufG). Läuft dein Abrechnungsjahr vom 1. Juli bis 30. Juni, war die erste betroffene Abrechnung die für 2023/24.
Wie viel bringt die 3-%-Kürzung?
Du kürzt deinen Anteil an den Heizkosten laut Abrechnung um 3 %. Bei 1.200 € Heizkosten sind das 36 €. Voraussetzung: Der Vermieter hat die CO₂-Aufteilung nicht vorgenommen oder die vorgeschriebenen Angaben fehlen (§ 7 Abs. 4 CO2KostAufG).
Darf der Vermieter mir die CO₂-Kosten per Vertrag ganz auferlegen?
Nein. Vereinbarungen, nach denen du mehr als deinen Anteil nach dem Stufenmodell tragen sollst, sind unwirksam (§ 6 Abs. 1 CO2KostAufG) – das gilt auch für Mietverträge, die vor 2023 geschlossen wurden.

Grundlagen

CO2KostAufG §§ 5–7, 9, 11 und Anlage (Stufenmodell): gesetze-im-internet.de · Brennstoffemissionshandelsgesetz (CO₂-Preis) · Heizkostenverordnung · Stand: August 2026

Ben Ambros, Immobilienkaufmann
Ben Ambros · Immobilienkaufmann
13 Jahre Hausverwalter in München (über 1.000 Wohnungen), heute Makler für Mehrfamilienhäuser in Murnau. Schreibt hier über das, was er früher selbst abgerechnet hat. Über Ben →
✦ Dein Schreiben in 2 Minuten