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Heizkosten

Heizkostenabrechnung prüfen: Hier verstecken sich die teuren Fehler

Dreißig Prozent mehr als im Vorjahr, gleiche Wohnung, ähnlicher Winter. Bevor du zahlst, rechne nach. Die Fehlerquote ist ausgerechnet bei den Heizkosten am höchsten.

Kurz gesagt: Bei der Heizkostenabrechnung kannst du an drei Stellen ansetzen: Wurde nicht nach Verbrauch abgerechnet, darfst du den Betrag pauschal um 15 % kürzen (§ 12 HeizKV). Fehlt die CO₂-Kostenaufteilung (Pflicht seit 2023), zahlst du den Vermieteranteil mit. Und liegt dein Preis deutlich über dem Heizspiegel-Richtwert, für eine 70-m²-Gaswohnung rund 1.170 € im Jahr, lohnt der Blick in die Belege.

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Stand: Oktober 2026 · Redaktion: Ben Ambros, Immobilienkaufmann, 13 Jahre Hausverwaltung · Gesetze und Urteile unter „Grundlagen“ am Seitenende

Infografik: Heizkostenabrechnung prüfen, 50–70 % nach Verbrauch, sonst 15 % Kürzung, bis 95 % der CO₂-Kosten trägt der Vermieter
Den Verbrauchsanteil schreibt § 7 HeizKV vor; wurde nicht nach Verbrauch abgerechnet, erlaubt § 12 HeizKV die pauschale Kürzung. Grafik: reklamo.ai

Sind meine Heizkosten normal? Die Richtwerte 2025

Der Heizspiegel 2026 (co2online mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund, September 2026) nennt für das Abrechnungsjahr 2025 diese Durchschnittswerte einer 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus:

EnergieträgerØ Kosten 2025 (70 m²)Einordnung
Erdgasca. 1.170 €rund 16,70 €/m² im Jahr, 14 % mehr als im Vorjahr
Fernwärmeca. 1.295 €6 % mehr als im Vorjahr
Heizölca. 1.030 €wie im Vorjahr, für 2026 erwartet: 1.275 €
Holzpelletsca. 735 €20 % mehr als im Vorjahr
Wärmepumpeca. 715 €am günstigsten

Rechne dein Ergebnis selbst: Heizkosten geteilt durch Wohnfläche. Beim Gas-Durchschnitt von rund 16,70 €/m² im Jahr ist ab etwa 25 €/m² Skepsis angebracht, dann steckt entweder ein unsanierter Altbau dahinter oder ein Fehler in der Abrechnung.

Schnellcheck: € pro m² und Jahr

Die 70/30-Falle: Wie viel nach Verbrauch abgerechnet werden muss

§ 7 HeizKV schreibt vor, dass 50 bis 70 % der Heizkosten nach deinem tatsächlichen Verbrauch verteilt werden müssen. Der Rest läuft als Grundkosten über die Wohnfläche. Steht in deiner Abrechnung ein anderer Schlüssel oder wurde komplett nach Fläche verteilt, ist das kein Schönheitsfehler, sondern der Hebel für die 15-%-Kürzung.

15 % kürzen, wann § 12 HeizKV greift

Wurde nicht verbrauchsabhängig abgerechnet, obwohl es möglich gewesen wäre, darfst du deinen Anteil um 15 % kürzen, einfach vom Gesamtbetrag deiner Heiz- und Warmwasserkosten. Seit der HeizKV-Novelle gibt es zusätzlich ein 3-%-Kürzungsrecht, wenn der Vermieter trotz fernablesbarer Zähler keine monatlichen Verbrauchsinformationen liefert. Den passenden Rechner findest du auf unserer Fehler-Seite, dort rechnest du den Kürzungsbetrag in Euro aus.

CO₂-Kostenaufteilung: Der Posten, der 2023 kam und oft fehlt

Seit dem 1. Januar 2023 muss der Vermieter einen Teil der CO₂-Kosten tragen, gestaffelt nach dem Zustand des Gebäudes. Das Zehn-Stufen-Modell reicht von 0 % Vermieteranteil (sehr effizientes Haus unter 12 kg CO₂/m² im Jahr) bis 95 % Vermieteranteil beim schlechtesten Stand (ab 52 kg). Je schlechter gedämmt, desto mehr zahlt der Vermieter. Die Logik: Du kannst nichts für die alte Fassade.

Aus 13 Jahren VerwaltungIn den ersten beiden Jahren nach Einführung habe ich kaum eine Messdienst-Abrechnung gesehen, bei der die CO₂-Aufteilung von selbst richtig ankam, mal fehlte sie ganz, mal stand das Gebäude in Stufe 1, obwohl es ein unsanierter 60er-Jahre-Bau war. Der Grund ist banal: Die Stufe berechnet sich aus Brennstoffverbrauch und Fläche, und wenn beim Dienstleister eine falsche Gesamtfläche hinterlegt ist, rutscht das ganze Haus in die falsche Stufe. Prüf als Erstes, ob der Abschnitt „Kohlendioxidkostenaufteilung“ überhaupt existiert, fehlt er bei Gas oder Öl, fehlt dir Geld.

Alle zehn Stufen mit Rechner und den typischen Fehlern: CO₂-Kosten in der Heizkostenabrechnung. Wie die Abrechnung von ista, Techem, Brunata oder Minol aufgebaut ist, erklärt Heizkostenabrechnung verstehen.

Der Einkaufspreis: Wirtschaftlichkeitsgebot ernst nehmen

Der Vermieter darf Energie nicht zu Mondpreisen einkaufen und durchreichen (§ 556 Abs. 3 BGB i. V. m. dem Wirtschaftlichkeitsgebot). Eine Stichprobe von co2online und Finanztip fand in Abrechnungen Gaspreise zwischen 3,7 und 15,8 Cent pro Kilowattstunde. Mehr als das Vierfache Unterschied. Zum Vergleich: Ende 2025 lag der Marktpreis um 12 Cent/kWh. Steht auf deiner Abrechnung deutlich mehr, fordere mit der Belegeinsicht die Brennstoffrechnung an.

Die drei Posten, die ich am häufigsten korrigieren musste

Erstens die Nutzerwechselgebühr: Zieht jemand aus, berechnet der Messdienst eine Zwischenablesung. Die gehört zum ausziehenden Mieter oder zum Vermieter, landet aber gern anteilig bei allen. Zweitens die Schätzung ohne Grund: Verbrauch darf nur geschätzt werden, wenn die Ablesung nachweislich nicht möglich war; „Termin nicht zustande gekommen“ reicht auf Dauer nicht. Drittens der Warmwasser-Trennwert: Bei verbundenen Anlagen muss die Wärmemenge fürs Warmwasser gemessen oder nach der Formel der HeizKV getrennt werden, wird stattdessen frei geschätzt, stimmt die ganze Verteilung nicht. Details dazu auf den Seiten Heizkosten, Warmwasser und verbundene Anlage.

Grundlagen

Heizkostenverordnung (§§ 7, 9, 12): gesetze-im-internet.de · CO2KostAufG: gesetze-im-internet.de · Heizspiegel 2026: heizspiegel.de (co2online/DMB, Abrechnungsjahr 2025, veröffentlicht 22.09.2026)

Ein Posten wandert oft fälschlich in die Heizkosten: die Schornsteinfeger-Gebühren. Sie gehören als eigene Position abgerechnet, Details unter Schornsteinfegerkosten.

Heizkostenabrechnung mit Wärmepumpe: Was gilt?

Immer mehr Mehrfamilienhäuser heizen mit einer zentralen Wärmepumpe. Die Abrechnung sieht dann etwas anders aus, die Grundregeln bleiben aber dieselben. Zuerst die wichtigste Unterscheidung:

Deine SituationWas gilt
Eine Wärmepumpe versorgt das ganze HausHeizkostenverordnung. Verteilung nach Verbrauch, 50 bis 70 % nach Zählern, Rest nach Fläche, wie bei Gas oder Öl.
Eigene Wärmepumpe nur für deine Wohnung, Strom über deinen eigenen VertragKeine Heizkostenabrechnung. Du zahlst den Strom direkt an deinen Versorger. In der Nebenkostenabrechnung darf höchstens noch die Wartung auftauchen, wenn der Mietvertrag das vorsieht.
Wärmepumpe plus Gas- oder Ölkessel für SpitzenlastHeizkostenverordnung für beides. Für den Gas- oder Ölanteil gilt zusätzlich die CO₂-Kostenaufteilung.

Seit wann muss nach Verbrauch abgerechnet werden? Früher waren Häuser, die überwiegend mit Wärmepumpe beheizt wurden, von der verbrauchsabhängigen Abrechnung ausgenommen. Diese Ausnahme ist zum 1. Oktober 2024 entfallen. Wo noch keine Erfassungsgeräte hingen, musste der Vermieter sie bis 30. September 2025 nachrüsten. Für die Zeit davor kann eine Abrechnung nach Fläche noch zulässig gewesen sein. Liegt dir für einen späteren Zeitraum eine reine Flächenverteilung vor, frag nach, ob die Geräte rechtzeitig eingebaut wurden. Wenn nicht, kommt das 15-%-Kürzungsrecht aus § 12 HeizKV in Betracht.

Der Strom ist der Brennstoff. Bei Gas stehen in der Abrechnung die Gasrechnungen, bei der Wärmepumpe der Strom, den sie zum Heizen verbraucht. Die Heizkostenverordnung nennt diesen Strom ausdrücklich als umlagefähige Kosten. Damit der Betrag stimmt, muss er nachvollziehbar erfasst sein, am besten über einen eigenen Zähler für die Wärmepumpe. Hängt sie am allgemeinen Hausstrom, ohne eigenen Zähler, muss der Vermieter erklären, wie er ihren Anteil ermittelt hat. Steht dort nur eine Schätzung ohne Begründung, frag nach und lass dir die Grundlage in der Belegeinsicht zeigen.

Was sonst noch in die Heizkosten darf: Betriebsstrom für Pumpen und Regelung, die regelmäßige Wartung und Prüfung durch eine Fachkraft, die Kosten der Verbrauchserfassung. Reparaturen und der Austausch defekter Teile gehören nicht dazu. Die trägt der Vermieter.

Keine CO₂-Kosten beim Strom. Der CO₂-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz fällt auf Brennstoffe wie Gas und Heizöl an, nicht auf Strom. Läuft dein Haus nur mit Wärmepumpe, gibt es deshalb keine CO₂-Kostenaufteilung. Taucht trotzdem ein CO₂-Posten auf, ist das erklärungsbedürftig. Ausnahme: Es gibt zusätzlich einen Gas- oder Ölkessel.

Der Strompreis. Auch hier gilt das Wirtschaftlichkeitsgebot. Für Wärmepumpen gibt es oft eigene, günstigere Stromtarife, die meist einen separaten Zähler voraussetzen. Ob der Vermieter einen solchen Tarif nutzen musste, hängt vom Einzelfall ab. Liegt der Preis pro Kilowattstunde aber deutlich über dem, was ein normaler Haushaltstarif kostet, lohnt die Nachfrage.

Typische Fehler bei der Wärmepumpe:

Zur Einordnung: Im Heizspiegel 2026 ist die Wärmepumpe mit rund 715 € für eine 70-m²-Wohnung der günstigste Energieträger (siehe Richtwerte). Liegt deine Abrechnung weit darüber, steckt der Fehler oft beim Strom.

Fristen & Verjährung: Für die Heizkostenabrechnung gilt dieselbe Uhr

Die Heizkostenabrechnung ist rechtlich Teil der Betriebskostenabrechnung. Deshalb gelten dieselben Fristen: Zugang bis zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums (§ 556 Abs. 3 BGB), sonst ist die Nachforderung verloren; deine Einwendungsfrist läuft ebenfalls zwölf Monate ab Zugang, und Nachforderungen verjähren in drei Jahren. Bis wann die Heizkostenabrechnung vorliegen muss, hängt also nur vom Abrechnungszeitraum ab, für 2025 (Kalenderjahr) bis zum 31.12.2026. Häufiger Streitfall: Die Heizkostenabrechnung fehlt, die übrige Abrechnung ist da. Dann ist die Abrechnung unvollständig. Die Nachforderung wird insoweit nicht fällig, und liefert der Vermieter den Heizkosten-Teil erst nach dem Stichtag nach, ist dieser Teil der Nachforderung ausgeschlossen. Alle Stichtage: Fristen-Übersicht.

Widerspruch gegen die Heizkostenabrechnung: Vorlage und Frist

Den Widerspruch gegen die Heizkostenabrechnung schreibst du wie gegen die ganze Nebenkostenabrechnung: Abrechnung nennen, Posten und Fehler nennen, um Korrektur oder Belegeinsicht bitten. Dafür passt die Vorlage für den Widerspruch gegen die Nebenkostenabrechnung.

Die Frist ist dieselbe, zwölf Monate ab Zugang der Abrechnung (§ 556 Abs. 3 BGB). Häufige Gründe stehen oben: zu wenig nach Verbrauch verteilt, geschätzte Werte ohne Anlass, fehlende CO₂-Aufteilung. Wurde gar nicht nach Verbrauch abgerechnet, kürzt du deinen Anteil um 15 % (§ 12 HeizkostenV).

50/50 oder 70/30? Verteilung, Gradtagszahlen und Wärmemengenzähler

Die Heizkostenverordnung schreibt vor: 50 bis 70 % nach erfasstem Verbrauch, der Rest nach Wohnfläche (§ 7 HeizkostenV), wo genau in dieser Spanne, wählt der Vermieter. Was ist für dich besser? Heizt du wenig (sparsam, kleine Wohnung, mittlere Etage), profitierst du von einem hohen Verbrauchsanteil (70/30); heizt du viel (Erdgeschoss, Giebelwohnung, Homeoffice), fährt dich 50/50 günstiger. Eine Abrechnung „30/70" zulasten des Verbrauchs ist unzulässig. Erfasst wird per Heizkostenverteiler an den Heizkörpern oder per Wärmemengenzähler, letzterer misst die tatsächlich bezogene Wärme in kWh und ist die genaueste Variante. Fällt ein Gerät aus oder gab es einen Nutzerwechsel ohne Zwischenablesung, darf der Verbrauch geschätzt werden (§ 9a HeizkostenV): nach dem Verbrauch vergleichbarer Zeiträume oder vergleichbarer Räume oder nach der Gradtagszahlen-Tabelle, die das Abrechnungsjahr nach Heizintensität der Monate gewichtet (die Wintermonate tragen den Löwenanteil). Eine Schätzung von mehr als 25 % der Gesamtfläche macht die verbrauchsabhängige Abrechnung insgesamt angreifbar.

Messdienst-Abrechnung lesen: ista, Techem, Brunata und die neuen Pflichten

In den meisten Häusern erstellt ein Messdienstleister (ista, Techem, Brunata Minol & Co.) die Einzelabrechnung. Der Vermieter reicht sie durch. Prüfen lohnt sich doppelt: Die Kosten des Messdienstes selbst sind zwar umlagefähig, müssen aber ausgewiesen und angemessen sein (mehr als 15 % der Brennstoffkosten gelten als unwirtschaftlich). Seit der HeizkostenV-Novelle gilt außerdem: Sind fernablesbare Erfassungsgeräte installiert, muss dir der Vermieter monatliche Verbrauchsinformationen zukommen lassen, tut er das nicht, darfst du den auf dich entfallenden Heizkostenanteil um 3 % kürzen (§ 6a HeizkostenV). Und ab dem 1. Januar 2027 müssen alle Erfassungsgeräte fernablesbar sein. Die digitale Heizkostenabrechnung wird damit Standard. Deine eigene Abrechnung erstellen musst du als Mieter nie: Muster, Beispiel-Aufbau und die Excel-Frage für Vermieter (auch Zweifamilienhaus mit nur zwei Parteien) stehen im Erstellen-Ratgeber. Wer die Heizkostenabrechnung selbst berechnen oder anfechten will: Die Verbrauchskosten kannst du mit den Ablesewerten nachrechnen; „anfechten" heißt auch hier Einwendungen erheben, und wer die Heizkostenabrechnung nicht bezahlen will, findet die drei legitimen Gründe im Nicht-bezahlen-Ratgeber. Beim Mieterwechsel oder Auszug im Abrechnungsjahr gilt: Zwischenablesung oder Gradtage-Aufteilung, keine simple Zwölftelung der Verbrauchskosten. Die CO2-Abgabe (CO2-Kostenaufteilung) muss seit 2023 nach dem Stufenmodell zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt sein, fehlt die Aufteilung, ist die Abrechnung insoweit falsch und die Nachzahlung kürzbar. Und eine Abrechnung ganz ohne Verbrauchserfassung ist nicht gleich unwirksam. Sie löst dein 15-%-Kürzungsrecht aus. Beziehst du Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld), muss die Heizkosten-Nachzahlung fristgerecht erfolgen und gehört sofort zum Jobcenter; unabhängige Hilfe bietet daneben die Verbraucherzentrale.

Häufige Fragen

Wann darf ich die Heizkostenabrechnung um 15 % kürzen?
Wenn nicht verbrauchsabhängig abgerechnet wurde, obwohl es möglich gewesen wäre (§ 12 HeizKV), etwa bei fehlenden Zählern oder reiner Flächenverteilung. Die 15 % ziehst du pauschal von deinem Heiz- und Warmwasseranteil ab; den Betrag liefert der Rechner auf der Fehler-Seite.
Woher weiß ich, in welcher CO₂-Stufe mein Haus ist?
Die Stufe muss in der Abrechnung stehen (Abschnitt „Kohlendioxidkostenaufteilung“) und berechnet sich aus dem CO₂-Ausstoß pro m² und Jahr: unter 12 kg trägt der Vermieter 0 %, ab 52 kg bis zu 95 %. Fehlt der Abschnitt bei Gas oder Öl komplett, ist die Abrechnung an dieser Stelle fehlerhaft.
Sind 25 € pro m² Heizkosten im Jahr noch normal?
Für Gas liegt der Durchschnitt bei rund 16,70 €/m² im Jahr (Heizspiegel 2026, Abrechnungsjahr 2025). 25 €/m² sind nur in schlecht gedämmten Altbauten plausibel, sonst lohnt der Blick auf Einkaufspreis, Verteilerschlüssel und CO₂-Aufteilung.
Gilt für die Heizkostenabrechnung dieselbe 12-Monats-Frist?
Ja. Die Heizkosten sind Teil der Betriebskostenabrechnung: Zugang binnen 12 Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums, deine Einwendungen binnen 12 Monaten ab Zugang. Alle Fristen mit Stichtag-Tabelle.
Kann ich die Heizkostenabrechnung kostenlos prüfen lassen?
Selbst prüfen kostet nichts, zum Beispiel mit unserer Gratis-Checkliste. Schneller geht es hier: Abrechnung fotografieren oder hochladen, der Check prüft Verteilerschlüssel, 70/30-Regel, CO₂-Aufteilung und Richtwerte, für 29 € mit 3 Prüfungen und Geld-zurück-Garantie.
Bis wann muss die Heizkostenabrechnung vorliegen?
Wie die gesamte Nebenkostenabrechnung: binnen zwölf Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums, für 2025 also bis 31.12.2026. Danach ist die Heizkosten-Nachforderung ausgeschlossen.
Wann verjährt eine Heizkostenabrechnung?
Nachforderungen aus einer rechtzeitig zugegangenen Abrechnung verjähren in drei Jahren, gerechnet ab Ende des Jahres des Zugangs. Dein Guthaben verjährt ebenso, also nicht liegen lassen.
Ist 70/30 oder 50/50 besser für mich als Mieter?
Sparsame Heizer profitieren von 70/30 (hoher Verbrauchsanteil), Vielheizer von 50/50. Der Vermieter wählt innerhalb der Spanne, außerhalb (etwa 30/70) ist unzulässig und macht die Abrechnung angreifbar.
Darf der Verbrauch einfach geschätzt werden, und hilft ein Widerspruch gegen die Schätzung?
Nur in den Fällen des § 9a HeizkostenV, etwa bei Geräteausfall oder fehlender Zwischenablesung beim Nutzerwechsel, und dann nach Vergleichszeiträumen, Vergleichsräumen oder Gradtagszahlen. Wird mehr als ein Viertel der Fläche geschätzt, wird nur noch nach Fläche verteilt. Steht zwei Jahre in Folge „geschätzt“ auf deiner Abrechnung, fordere die Begründung und die Ablesehistorie an.
Was bringt mir die monatliche Verbrauchsinfo und was, wenn sie fehlt?
Bei fernablesbaren Geräten muss sie dir monatlich zugehen (Papier, Mail oder Portal). Fehlt sie, kürzt du den Heizkostenanteil um 3 % (§ 6a HeizkostenV), zusätzlich zur 15-%-Kürzung, falls gar nicht verbrauchsabhängig abgerechnet wurde.
Muss bei einer Wärmepumpe nach Verbrauch abgerechnet werden?
Ja, wenn eine zentrale Wärmepumpe mehrere Wohnungen versorgt. Die frühere Ausnahme für Wärmepumpen ist zum 1. Oktober 2024 entfallen. Fehlende Erfassungsgeräte mussten bis 30. September 2025 nachgerüstet werden, für spätere Zeiträume gilt die normale 50- bis 70-%-Regel.
Muss ich bei einer Wärmepumpe CO₂-Kosten zahlen?
Für den Strom der Wärmepumpe nicht. Der CO₂-Preis fällt auf Brennstoffe wie Gas und Öl an, nicht auf Strom. Nur wenn zusätzlich ein Gas- oder Ölkessel läuft, gibt es für diesen Teil eine CO₂-Kostenaufteilung.
Ich habe eine eigene Wärmepumpe und zahle den Strom selbst, bekomme ich trotzdem eine Heizkostenabrechnung?
Nein. Wenn die Wärmepumpe nur deine Wohnung versorgt und der Strom über deinen eigenen Vertrag läuft, gibt es nichts zu verteilen. Über die Nebenkosten darf allenfalls die Wartung umgelegt werden, wenn der Mietvertrag das so regelt.
Muss die Heizkostenabrechnung der Nebenkostenabrechnung beigefügt werden?
Ja, als Teil der Abrechnung, meist als Aufstellung des Messdienstes. Fehlt sie, ist der Posten Heizkosten nicht nachvollziehbar; verlang sie schriftlich, bevor du zahlst.
Wie lange dauert die Heizkostenabrechnung?
Der Messdienst braucht nach der Ablesung meist einige Wochen. Für dich zählt die Frist: Spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums muss die Abrechnung bei dir sein (§ 556 Abs. 3 BGB).
Wie muss eine Heizkostenabrechnung aussehen?
Sie nennt die Gesamtkosten für Heizung und Warmwasser, die Aufteilung in Grund- und Verbrauchskosten (zum Beispiel 30/70), deine Fläche, deinen Verbrauch mit Ablesewerten, den Preis pro Einheit, deinen Anteil und deine Vorauszahlungen, seit 2023 außerdem die Aufteilung der CO₂-Kosten.
Darf zu 100 % nach Verbrauch abgerechnet werden?
Nach der Heizkostenverordnung höchstens 70 %, der Rest nach Fläche (§§ 7, 8 HeizkostenV). Eine vertragliche Vereinbarung darf einen höheren Anteil vorsehen, bis zu 100 % (§ 10 HeizkostenV).
Wärmemengenzähler: Nach welcher Formel wird nach Verbrauch und nach qm abgerechnet?
Dein Anteil ist: Verbrauchskosten mal dein Verbrauch durch den Gesamtverbrauch, plus Grundkosten mal deine qm durch alle qm. Der Wärmemengenzähler misst deinen Verbrauch in kWh, die Grundkosten machen 30 bis 50 % aus (§ 7 HeizkostenV).
Die Heizkostenabrechnung von ista, Techem oder Brunata ist falsch oder fehlerhaft: Was tun?
Widersprich beim Vermieter, nicht beim Messdienst, denn der ist sein Dienstleister. Prüf Ablesewerte, Verteilung, Schätzungen und die CO₂-Aufteilung und verlang die Belege. Die Vorlage dafür: Widerspruch Nebenkostenabrechnung: Vorlage.
Was kostet eine Heizkostenabrechnung durch ista, Techem oder Brunata?
Das hängt vom Vertrag des Vermieters ab. Die Kosten für Ablesung, Gerätemiete und Abrechnung sind umlagefähig und stehen in deiner Abrechnung (§ 7 Abs. 2 HeizkostenV). Ungewöhnlich hohe Messkosten kannst du mit Hinweis auf das Gebot der Wirtschaftlichkeit rügen.
Ist eine digitale Heizkostenabrechnung Pflicht?
Eine digitale Abrechnung nicht, wohl aber digitale Zähler: Wer fernablesbare Geräte hat, bekommt jeden Monat eine Verbrauchsinformation, per Post, Mail oder App (§ 6a HeizkostenV). Ältere Geräte müssen bis 31. Dezember 2026 ersetzt werden. Fehlt die Information oder ab 2027 die Nachrüstung, darfst du deinen Anteil jeweils um 3 % kürzen (§ 12 Abs. 1 HeizkostenV).
Gilt die Heizkostenverordnung auch bei einem privaten Vermieter, der mit im Haus wohnt?
Ja, für jeden Vermieter. Eine Ausnahme gibt es nur im Haus mit zwei Wohnungen, in dem der Vermieter selbst wohnt: Dort kann man vereinbaren, auf die Abrechnung nach Verbrauch zu verzichten (§ 2 HeizkostenV).
Belegeinsicht bei den Heizkosten: Was darf ich sehen?
Die Rechnungen für Brennstoff oder Fernwärme, Wartung, Strom der Heizung und Messdienst, dazu die Ablesewerte, auch die der anderen Wohnungen, soweit du sie zur Prüfung brauchst. Wie die Einsicht abläuft: Belegeinsicht.
Darf der Vermieter die Heizkosten pauschal statt nach Zähler abrechnen?
Nein, außer im Haus mit zwei Wohnungen, in dem er selbst wohnt. Rechnet er trotzdem pauschal oder nur nach Fläche ab, darfst du deinen Anteil um 15 % kürzen (§ 12 Abs. 1 HeizkostenV).
Gibt es ein Muster der Verbraucherzentrale für den Widerspruch gegen die Heizkostenabrechnung?
Verbraucherzentralen und Mietervereine haben eigene Vorlagen, oft nur für Mitglieder. Inhaltlich steht überall dasselbe: welche Abrechnung, welche Posten, warum, und die Bitte um Korrektur. Das kostenlose Muster findest du unter Widerspruch Nebenkostenabrechnung: Vorlage, es gilt für die Heizkosten genauso.
Wie wird Gas in der Nebenkostenabrechnung berechnet?
Bei einer Zentralheizung mit Gas verteilt die Heizkostenabrechnung die Kosten zu 50 bis 70 % nach Verbrauch und den Rest nach Wohnfläche (§ 7 HeizkostenV). Hast du eine eigene Gastherme in der Wohnung, zahlst du das Gas direkt beim Versorger; in der Nebenkostenabrechnung stehen dann nur Wartung und Schornsteinfeger.
Kann ich als Eigentümer die Heizkostenabrechnung prüfen lassen?
Ja. Die Heizkostenverordnung gilt auch in der Eigentümergemeinschaft, die Prüfpunkte dieser Seite passen genauso. Einwände richtest du an den Verwalter; gegen den Beschluss über die Jahresabrechnung kannst du innerhalb eines Monats Anfechtungsklage erheben (§ 45 WEG).
Ben Ambros, Immobilienkaufmann
Ben Ambros · Immobilienkaufmann
13 Jahre Immobilienverwaltung in München (über 1.000 Wohnungen), heute Makler für Mehrfamilienhäuser in Murnau. Schreibt hier über das, was er früher selbst abgerechnet hat. Über Ben →
Zum Nachlesen: Verbraucherschutz.tv, Hallo München
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